Holzheizwerk

Wärme klimaneutral erzeugt

Die Stadtwerke Norden tragen mit ihren Holzhackschnitzel-Heizwerken erheblich zum Klimaschutz bei: Holz ist nicht nur ein nachwachsender Energieträger, die in den Heizwerken zur Verbrennung genutzte Biomasse Holz gibt auch gerade einmal soviel Kohlendioxid ab, wie von den Bäumen während der Wachstumsphase aus der Luft aufgenommen wurde – insgesamt also ein umweltschonendes „Nullsummenspiel“.

Die Nummer 1 im Norden

Mit 4.800 kW ist unser Holzheizwerk I auf dem Doornkaatgelände das größte Holzheizwerk in Niedersachsen. Hier wird seit April 1999 ökologisch effektive Fernwärme aus unbehandelten Holzhackschnitzeln produziert.

Das Holzheizwerk am Lehmweg wurde 2003 und damit vier Jahre später gebaut. Mit seiner Außenverkleidung aus Holz weist das Gebäude bereits auf die umweltfreundliche Technik in seinem Inneren hin – lesen Sie mehr über das Holzheizwerk II.

Das Holzhackschnitzel-Heizwerk am Lehmweg

Schon von Weitem über Land ist die gelungene Architektur des holzverkleideten Gebäudes zwischen dem Hundeübungsplatz, dem Sportplatz und der Tennishalle „Nordsee“ zu erkennen.
Allein das umlaufende Fensterband und das große Dreiecksfenster an der Vorderseite zum Lehmweg weckt bei dem Betrachter Interesse. Und das ist auch so gewollt, denn hier verbirgt sich eine umweltfreundliche Technik, die gezeigt werden will. Ganz im Sinne der Agenda 21 haben die Stadtwerke Norden neben dem ersten Holzheizwerk auf dem ehemaligen Doornkaatgelände im Jahre 2003 das zweite Fernwärmeprojekt realisiert.

Nach den positiven Erfahrungen setzen die Verantwortlichen auch diesmal wieder auf den nachwachsenden Energieträger Holz. Zwei 2.400 kW große Holzheizkessel mit „Schweizer Charakter“ erzeugen aus gehacktem Durchforstungsholz Wärme. Insgesamt werden bis zu 16.000 m³ bzw. 4.000 t Holz pro Jahr benötigt. Ständige Eingangs- und Brennstoffkontrollen gewährleisten, dass keine belasteten Hölzer der Verbrennung zugeführt werden.

Aus dem Anlieferungsbunker verteilt ein großer deckeninstallierter Greifer das Holz in die nördlich gelegenen Brennstoffbunker. Schneckenförderer transportieren die Holzhackschnitzel dann bedarfsgerecht zu den einzelnen Holzheizkesseln.
Per computergesteuerter Schubrostfeuerung verbrennt die Biomasse zu Rostasche. Die Feuerungsenergie der Holzheizkessel erwärmt über moderne Wärmeübertrager das Fernwärmemedium Wasser. Die am Ende des Kessels ausgekühlte Rostasche fällt kontrolliert in die im Keller befindlichen Container. Auf einem Schienensystem werden diese gefüllten Container zum Öffnungsschacht geschoben und mit einem Kran auf LKWs gehoben.

Für die Behandlung des Abgasstromes haben die Stadtwerke Norden modernste Technologien eingesetzt. Natürlich werden die Anforderungen vom Gewerbeaufsichtsamt und aus der Bundesimmissionsschutzverordnung vorschriftsmäßig eingehalten. Allen Beteiligten ist die Bedeutung der Luftqualität für eine touristisch geprägte Region bewusst. So sind neben dem Multi-Zyklonfilter, der durch das Zentrifugenprinzip dem Rauchgas größere Schwebstoffe entzieht, auch Elektrofilter für die Reduktion der Feinststäube montiert. Diese Elektrofilter separieren durch ein elektrostatisches Feld feinste Staubpartikel. In dicht verschlossenen Säcken (sogenannten Big Bags) werden diese Rückstände gesammelt und der Deponielagerung zugeführt.

Alle vorgeschriebenen Grenzwerte werden deutlich (bis zu 50 %) unterschritten.
Ständige Abgaskontrollen belegen nahezu staubfreie Emissionen.

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Die Verbrennung von Biomasse hat gegenüber den fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdöl zum einen den Vorteil der stetigen Verfügbarkeit (nachwachsend), zum anderen der
Kohlendioxid-Neutralität. Denn in den industrialisierten Ländern werden durch die Verfeuerung fossiler Brennstoffe in wenigen Jahrzehnten Mengen an Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, die über Jahrmillionen global gebunden wurden.
Eine Pflanze hingegen setzt bei der Verbrennung exakt die Menge CO2 frei, die sie zuvor in ihrem Leben gebunden hat. Übrigens emittiert die Verrottung dieselbe Menge CO2. Kohlendioxid ist maßgeblich verantwortlich für den weltweiten Treibhauseffekt.
Für die Abdeckung von Spitzenlasten im Winter und für die Wärmeversorgung außerhalb der Heizperiode wird mit 2.900 kW „Nordens größter Erdgasheizkessel“ betrieben. In Notfällen, wie z. B. einer Reparatur, speist ein weiterer im Container installierter mobiler Ergasheizkessel Wärme in das Fernwärmenetz ein. Anschluss- und Standmöglichkeiten sind auch im Holzheizwerk I für den Container vorhanden. Versorgt werden über das Fernwärmenetz des Holzheizwerks II Kunden in Norddeich wie z. B. das „Ocean Wave“ und die Kurklinik, in Norden die Gewerbestraße, das Schulzentrum Wildbahn und
Einfamilienhäuser der Siedlung Lehmweg.