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Gemeinsame Sache beim Materialeinkauf: Stadtwerke vertiefen Zusammenarbeit

Gemeinsame Sache machen wollen die Stadtwerke Norden und Emden zukünftig bei der Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen für ihre verschiedenen Geschäftsbereiche – dies gaben die Spitzen der beiden Energieversorger am Mittwoch im Beisein von Nordens Bürgermeisterin Barbara Schlag und Emdens Oberbürgermeister Bernd Bornemann bekannt. Mit der Kooperation der Materialwirtschaft an beiden Standorten schlagen die ostfriesischen Stadtwerke ein neues Kapitel ihrer erfolgreichen wirtschaftlichen Zusammenarbeit auf.

Rohre, Muffen, Schrauben: ohne Zugriff auf eine gut organisierte Lagerwirtschaft würde es auf den Baustellen der Stadtwerke Norden und Emden leicht zum Stillstand kommen. Wo tagtäglich neues Material etwa für die Verlegung modernster Gas- und Stromleitungen angefordert wird, entstehen schnell hohe Beschaffungskosten – Ausgaben, die nach Vorstellung von Wolfgang Völz, dem technischen Geschäftsführer der Norder Stadtwerke, zukünftig deutlich geringer ausfallen sollen: „Ein Stadtwerk steht mit seinen Aufgaben schließlich nicht alleine da – trotz teils deutlich abweichender technischer Systeme und Geschäftsbereiche konnten wir bei turnusmäßigen Beratungen mit den Emder Kollegen gleich zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine gemeinsame Beschaffung ausmachen“, erklärt der Norder Diplom-Ingenieur.

Es dauerte deshalb nicht lange, bis aus den Mitte 2015 erstmals angestrengten Überlegungen zu einer kostensparenden Kooperation schnell sehr konkrete Pläne für ein enger aufeinander abgestimmtes Vorgehen wurden. „Dabei konnten wir auf eine seit vielen Jahren bewährt gute Zusammenarbeit unserer beiden Häuser in den verschiedensten Geschäftsbereichen zurückgreifen“, betont der Geschäftsführer der Stadtwerke Emden, Manfred Ackermann.

Gesagt – getan: ein im Dezember 2015 abgeschlossener Einkaufskooperationsvertrag gab der neuen Interessengemeinschaft dabei auch ganz formell den passenden Rahmen. „Hierauf aufbauend konnte in den vergangenen Monaten von den Leitern der jeweiligen Materialwirtschaft nun sehr genau festgelegt werden, welcher Einkaufskoordinator als Kümmerer für bestimmte Materialgruppen vorgesehen ist und wie in der Praxis ein gemeinsamer Beschaffungsprozess auch angesichts unterschiedlicher Computersysteme gelingen kann“, ergänzt der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke Norden, Thorsten Schlamann.

Auch die Abstimmung der bereits bestehenden Materialkataloge und eine Verständigung auf einheitliche Angaben zu Materialspezifika, Hersteller und Datenblätter zählten zu den notwendigen Vorarbeiten, ehe im Januar eine erste koordinierte Bestellung getätigt werden konnte. Vom Erfolg zeigt man sich im Rahmen des gemeinsamen Pressetermins mit den Verwaltungsspitzen der beiden ostfriesischen Städte überzeugt: bereits in diesem ersten Testlauf mit PE-Rohren und Nieder- sowie Mittelspannungskabeln habe sich durch die höhere Marge eine deutliche Einsparung im zweistelligen Prozentbereich erzielen lassen, so die Geschäftsführung des Emder und des Norder Energieversorgers.

Darüber hinaus verweisen beide Unternehmen auf die zahlreichen positiven Nebeneffekte eines intensiven Austausches über aktuelle Marktentwicklungen und eigene Erfahrungen: „Als Stadtwerk gilt unsere erste Verpflichtung der zuverlässigen Versorgung der Menschen in unserer Kommune“, erklärt Manfred Ackermann. Aus dieser Verantwortung heraus falle auch im Einkauf die Wahl nicht immer auf das günstigste Produkt am Markt. „Im Rückgriff auf die Ideen und Erfahrungen der Kollegen etwa mit einem bestimmten Material werden die berühmten, vielfach beschworenen Synergieeffekte hier ganz konkret greifbar“, so die beiden regionalen Energieversorger.

Eine Entwicklung, die nach Einschätzung der Geschäftsführer nicht an den Grenzen Emdens und Nordens haltmachen muss: im Kontext der angestrebten Wiederbelebung des Verbundes der ostfriesischen Stadtwerke stehe man einer Ausweitung der neuen Einkaufsgemeinschaft und des damit verbundenen Wissenstransfers auf weitere Regionalversorger grundsätzlich offen gegenüber, heißt es im Rahmen des Pressegesprächs an der Feldstraße.

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