>>zu den News

Aus L-Gas wird H-Gas: Das müssen Sie wissen.

H oder L? Ein Buchstabe, der für die Stadtwerke Norden und viele weitere Energieversorger im Nordwesten bald einen gewaltigen Unterschied macht. Bis 2023 müssen entsprechend einer gesetzlichen Vorgabe sämtliche Leitungen und damit auch die privaten und gewerblichen Gas-Anschlüsse in unserem Netzgebiet auf das höherwertige „high caloric“-Gas (H-Gas) umgestellt werden. Warum sich für Sie als Gas-Kunden wenig ändert und was Sie sonst noch rund um die Gas-Umstellung wissen müssen, erfahren Sie hier.

L- oder H-Gas, was ist der Unterschied und warum wird umgestellt?
Die rechtliche Grundlage für die nun ins Haus stehende Marktraumumstellung bildet das Energiewirtschaftsgesetz und der Netzentwicklungsplan für das gesamte deutsche Gasnetz. Vor allem deutliche Unterschiede bei Methangehalt und Brennwert sorgen dafür, dass die beiden in Deutschland verbreiteten Gasarten L- und H-Gas, welches deutlich energiereicher ist, durch verschiedene Leitungssysteme strömen. Der Bedarf an dem gerade bei uns im Nordwesten verbreiteten low-caloric-Gas (L-Gas) wird dabei hauptsächlich aus den eigenen begrenzten Vorkommen und den Niederlanden abgedeckt. In beiden Fällen sind die Fördermengen rückläufig. Deshalb haben sich die Bundesnetzagentur und die Netzbetreiber auf eine Umstellung verständigt.

Wann erfolgt die Umstellung, wie läuft sie ab und welche Geräte sind betroffen?
Bereits seit 2012 erarbeiten Experten der Stadtwerke Norden im Rahmen einer überregionalen Projektgruppe Strategien und Pläne für eine möglichst kundenfreundliche und komplikationsfreie Umsetzung. Ausschlaggebend für den jeweiligen Stichtag der in verschiedenen Landesteilen bereits angelaufenen Umstellung ist dabei der Zeitplan des vorgelagerten Fernleitungs-Netzbetreibers. Dieser sieht für das Netzgebiet Norden einen Termin in 2023 vor.

Durch den Wechsel auf die höhere Gasqualität müssen dazu in allen Haushalten sowie den ortsansässigen Gewerbebetrieben gasverbrauchende Geräte auf höhere Brenntemperaturen eingestellt werden. Diesen Prozess werden die Stadtwerke Norden als Ihr Energieversorger in enger Zusammenarbeit mit entsprechend ausgebildeten Technikern in mehreren Schritten durchführen. Zunächst gilt es dabei, den jeweiligen Anpassungsbedarf bei Heizungsanlagen, Gasherden und anderen Verbrauchern im Rahmen eines Ortstermins zu erfassen: Um was für ein Gerät handelt es sich? Wie alt ist die Anlage? In einer zweiten Phase werden dann die entsprechenden Düsen an den Brennern Straßenzug für Straßenzug umgestellt oder ausgewechselt.

Wichtig für Sie: bitte sehen Sie davon ab, im Vorfeld selbstständig aktiv zu werden. Alle Anwohner werden von uns im Zuge der Umstellungsmaßnahmen frühzeitig kontaktiert. Es ist also nicht notwendig, auf eigene Faust einen Installateur mit entsprechenden Maßnahmen zu beauftragen. Die Umstellung darf entsprechend der gesetzlichen Vorgaben ausschließlich von zertifizierten Fachfirmen durchgeführt werden. Um alle notwendigen Schritte kümmern wir uns als Ihr zuverlässiger regionaler Energieversorger.

Entstehen durch die Umstellung höhere Kosten? Wer zahlt für die Umrüstung?
Höhere Energiekosten müssen Sie als Stadtwerke-Kundin bzw. Kunde aufgrund der Umrüstung auf H-Gas nicht befürchten: Zwar ist der Marktpreis für einen Kubikmeter Gas höher als beim bisher verwendeten L-Gas. Aufgrund des größeren Energiegehalts muss zukünftig aber zugleich für denselben Heizeffekt weniger Gas eingesetzt werden. Letztlich relevant ist dabei nicht die bloße Gasmenge, sondern die im Erdgas enthaltene Energie. Durch die Umstellung und gegebenenfalls notwendige Umrüstung von Heizungen und anderen Gasanlagen selbst entstehen den Hauseigentümern ebenfalls keine direkten Kosten, sofern es sich um normgerechte und anpassungsfähige Technik handelt. Die Gesamtkosten der Umstellung werden auf Basis einer entsprechenden gesetzlichen Regelung über die Netzentgelte auf alle Gaskunden in Deutschland umgelegt.

Print Friendly, PDF & Email