Elektrisch in die mobile Unabhängigkeit

Stadtwerke-Spende ermöglicht Schülern der KGS Norden Umstieg auf modernes Übungsgerät

Mit dem Scooter über den Pausenhof: Seit einem halben Jahr proben Schülerinnen und Schüler der KGS Norden gemeinsam den Einstieg in die motorisierte Mobilität. Wo bisher vor allem klassische Zweitakter zum Einsatz kamen, sind die Teilnehmer der „Roller AG“ dabei ab sofort auch elektrisch unterwegs. Möglich macht den Umstieg auf die zukunftsweisende Technologie eine Spende der Norder Stadtwerke.

Fast lautlos gleitet Hauke Walther über den gepflasterten Schulhof an der Norder Wildbahn, bevor er sanft vor einer Gruppe von tuschelnden Schülern zum Stehen kommt. „Das fehlende Gluckern und Knattern eines Zweitakters ist für mich noch immer ungewohnt„, gibt der Norder Lehrer zu, während er langsam den roten Schutzhelm abschnallt. Den Gestank dagegen, den vermisse er rein gar nicht, so Walther augenzwinkernd.

Seit 2017 erklärt der 35-Jährige, der eigentlich Sport und Religion unterrichtet, interessierten Schülerinnen und Schülern den Einstieg in ihre mobile Unabhängigkeit. „Gerade hier in Ostfriesland, wo der Weg zu Freunden oder zum Fußballtraining auch schon mal etwas länger ausfallen kann, ist es für junge Menschen enorm wichtig, möglichst früh mobil zu sein„, so Walther. Entsprechend groß sei das Interesse der Schülerinnen und Schüler an dem freiwilligen AG-Angebot der Norder Gesamtschule.

Ob Fahrzeugtechnik, Verkehrssicherheit, Verkehrszeichen- und regeln oder Gefahrenlehre und ökologische Aspekte des Rollerfahrens: vor allem 14- und 15-Jährige lernen hier in zwei Stunden in der Woche alle wichtigen Grundlagen zum Erwerb der angestrebten Mofa-Prüfbescheinigung. „Wie vorgeschrieben absolvieren die Teilnehmer dabei alle 18 Theorie-Doppelstunden, die zur offiziellen Prüfungszulassung notwendig sind„, erklärt Walther. Der 20-prozentige Praxisanteil finde dann im Anschluss auf dem Schulhof statt.

Stadtwerke Norden unterstützen Umstieg

Hier bestaunen Sophia Hill, Annika Westermann und die 10 anderen Teilnehmer des aktuellen Durchgangs gerade den eigentlich schwarzen, aber in seiner Technik dann doch ziemlich grünen Neuzugang. Angeschafft hatten das neue Übungsgerät die Norder Stadtwerke. Seit vielen Jahren greift der regionale Energieversorger in seiner eigenen Fahrzeugflotte zu einem großen Teil auf alternative Energiequellen wie Erdgas und Strom zurück. „Wenn unsere Spende dazu beiträgt, Menschen bereits in jungen Jahren auf die Vorteile von modernen und klimafreundlicheren Alternativen zu Benzin und Diesel aufmerksam zu machen, ist das eine tolle Sache, die wir gerne unterstützt haben„, freut sich Manuel Diekmann, Leiter Kundenservice und Vertrieb bei den Stadtwerken.

Auch für die Norder Gesamtschule stehen die vielen Vorteile der neuen Technik klar im Fokus: „Die Landesschulbehörde fordert ganz eindeutig ökologische Alternativen und eine zukunftsorientierte Fortbewegung. Unser neuer E-Roller passt hier wunderbar ins Konzept und sorgt dabei für eine reduzierte Umwelt-, Geruchs- und Geräuschbelastung – Aspekte, die bei Scootern und Mofas in der Vergangenheit oft und teils auch zu Recht kritisiert worden sind„, betont Hauke Walther.

Dass für Annika, Sophia und die übrigen AG-Teilnehmer, die im Hintergrund derweil schon einmal das sichere Starten des neuen Rollers proben, noch ganz andere Vorteile wichtig sind, wird spätestens beim Blick auf das schwarze Stromkabel deutlich: „Weniger Wartung und keine Kosten an der Tankstelle – da bleibt dann vielleicht auch noch mehr vom Taschengeld über„.

Norddeicher Hotels stellen Schalter auf „grün“

Farbe bekennen heißt es derzeit für drei Hotels in Norddeich: Gemeinsam mit Stefan Fröhlich (4.v.l.), Thorsten Albers (2.v.l., Hotel Regina Maris) und Oliver Janssen (3.v.l., Hotel Fährhaus) freuen sich Thorsten Schlamann (links) und der Geschäftsführer Tourismus und Bäder der Norder Wirtschaftsbetriebe, Armin Korok (rechts), über den Umstieg auf grünen Ökostrom.

 

Hotels Fährhaus, Regina Maris und Deichkrone entscheiden sich für regenerative Energieversorgung

447,3 Millionen Übernachtungen verzeichneten im vergangenen Jahr die Hotels und Pensionen in Deutschland. Zahlen, die auch am Klima nicht spurlos vorübergehen. Mit der bewussten Entscheidung für die ausschließliche Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen machen drei Norddeicher Hotels ab sofort Ernst beim Thema umweltbewusstes Handeln.

Waschmaschinen voller Handtücher und Bettwäsche, Küchen voller Großgeräte und hunderte hell erleuchtete Räume und Flure: Der Energiebedarf in modernen Hotels ist enorm – auch, weil es den Gästen im Urlaub an nichts mangeln soll. Längst ist klimabewusstes Handeln deshalb auch im deutschen Hotelgewerbe ein Thema. „Vor allem Wäsche stellt bei den in Hotels üblichen kurzen Verweildauern ein Problem dar. Viele Häuser haben hier bereits Maßnahmen ergriffen, um gemeinsam mit den Gästen eine Reduzierung des Verbrauchs zu erwirken – etwa durch einen bewussten Umgang mit nur wenig benutzten Handtüchern“, weiß Hotelier Stefan Fröhlich.

In den drei Norddeicher Hotels Deichkrone, Fährhaus und Regina Maris möchte man ab sofort noch einen Schritt weiter gehen: „Für uns ist klar: Es kann nicht nur um Handtücher oder die Vermeidung von Treibhausgasemissionen etwa bei der An- und Abreise gehen“, so Stefan Fröhlich. Ziel seiner Häuser sei es vielmehr, in den kommenden Jahren Klimaneutralität beim Stromverbrauch zu erreichen. Gemeinsam mit den Hausleitern und den Stadtwerken Norden als regionalem Energieversorger erstellte der Norddeicher Hotelier hierzu eine bedarfsgenaue Analyse der verschiedenen Abnahmestellen und Verbräuche. „Auf diese Weise können wir einen genaueren Eindruck vom individuellen Klima-Fußabdruck gewinnen, den jeder Betrieb oder Haushalt hinterlässt“, erklärt Ewangelos Koutsonas vom Vertrieb der Stadtwerke.

1.144 Tonnen Kohlendioxid eingespart

Hier, an der Norder Feldstraße, hat man bereits seit 2004 Erfahrung mit reinen Naturstromprodukten. Der Energiemix der Stadtwerke stellt sich seit Jahren zudem deutlich grüner dar, als im Durchschnitt der bundesdeutschen Energieversorger. Mit einem Projektpartner, der Hamburger KlimaInvest Green Concepts GmbH, erstellten die Stadtwerke auf Basis der gesammelten Daten im Sommer eine Nachhaltigkeitsstrategie für die drei Norddeicher Hotels. Mit Erfolg, wie Ewangelos Koutsonas vorrechnet: „Durch die Umstellung auf 100 Prozent Ökostrom aus Wind- und Wasserkraftanlagen, die den aktuellen Umweltstandards entsprechen, werden in der Deichkrone, im Fährhaus und im Hotel Regina Maris allein von Januar 2018 bis Dezember 2019 insgesamt voraussichtlich 1.144 Tonnen klimaschädliches CO2 wirksam vermieden“.

Je verbrauchte Gigawattstunde investiere die KlimaInvest zudem zusätzlich 250,- Euro in regionale Projekte zur Förderung
erneuerbarer Energien und nachhaltiger Klimaschutzmaßnahmen. „Das ist ein bemerkenswertes Beispiel für klimabewusstes Handeln im Gastgewerbe und ein mutiger Schritt, der angesichts eines wachsendes Interesses am Thema sicherlich auch von den Gästen der drei Norddeicher Hotels verstärkt honoriert werden wird“, betont der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke, Thorsten Schlamann.