Verbrauchsabrechnung: Stadtwerke Norden stellen Missverständnisse klar

Vorgaben der Bundesnetzagentur veranlassten die Stadtwerke Norden im vergangenen Jahr zum Handeln: um die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Verbrauchsberechnung von Gas und Strom umzusetzen, führte der regionale Energieversorger im Dezember pflichtgemäß eine neue Abrechnungssystematik ein. Zu der seither entstandenen öffentlichen Diskussion bezieht die Geschäftsführung nun erneut Stellung – und stellt vieles richtig.

„Wir bedauern, wenn vereinzelt Missverständnisse rund um die aktuelle Jahresendabrechnung entstanden sind“, betont der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke, Thorsten Schlamann. Konkret geht es um Äußerungen im Internet, Bürgerinnen und Bürger seien nicht über die jüngsten Änderungen bei der Berechnung der Jahresverbräuche informiert worden. Dabei wurde erstmals ein kleiner Teil der Verbrauchszahlen auf Basis eines vorgegebenen mathematischen Schlüssels generiert, um die Lücke zwischen Ablesedatum und kalendarischem Jahresende zu schließen. Auch ist an verschiedener Stelle von zahlreichen falschen Rechnungen die Rede.

„Diesem Eindruck müssen wir entschieden widersprechen“, betont Schlamann – und verweist auf eine umfassende Informationskampagne im Vorfeld der jüngsten Abrechnungsrunde. „Wir haben dazu nicht nur in allen relevanten regionalen Medien sowie im Internet seit Anfang Dezember über die Hintergründe informiert, sondern sind zum Beispiel auch den unkonventionellen Weg über ein Interview im regionalen Radio gegangen“, so Schlamann. Bereits Mitte November sei das Thema der Abrechnung zudem Titelgeschichte in über 17.000 Ausgaben des Kundenmagazins „Stadtwerke aktuell“ gewesen – stets verbunden mit dem Angebot, sich bei Fragen und Unklarheiten direkt mit den Service-Mitarbeitern der Stadtwerke in Verbindung zu setzen. „In dieser persönlichen Ansprechbarkeit liegt schließlich unsere ganz klare Stärke als regionaler Energieversorger“, erklärt der technische Geschäftsführer der Stadtwerke, Wolfgang Völz.

„Einen ungewöhnlich hohen Bedarf an nachträglichen Korrekturen der errechneten Werte für 2015 können wir in unserem Kundencenter an der Feldstraße bisher nicht feststellen“, ergänzt Bernhard Scheutwinkel, Leiter der Abrechnung. Die Verarbeitung der von den Stadtwerke-Kunden zugelieferten Zählerständen erfolgt angesichts von über 20.000 Verbrauchsstellen automatisiert. „Deshalb sind wie in den Vorjahren trotz größter Sorgfalt einzelne fehlerhafte Berechnungen nicht immer sofort offensichtlich, können aber in der Regel von unseren Mitarbeitern gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden schnell und unkompliziert aufgeklärt werden“, so Scheutwinkel.

Dies sei etwa auch im aktuellen Fall einer Norder Bürgerin passiert, die sich im Januar über eine Rechnung von 26.000 € wunderte. „Dieser natürlich falsche Betrag ist noch vor Auslieferung der Rechnung bei internen Prüfungen aufgefallen und konnte sehr schnell auf einen fehlerhaft übermittelten Zählerstand zurückgeführt werden“, betont Bernhard Scheutwinkel. Zu diesem Zeitpunkt sei der Druckprozess bei dem verarbeitenden Druckhaus indes bereits angelaufen gewesen, sodass die Auslieferung der inzwischen längst überholten Rechnung nicht mehr verhindert werden konnte, heißt es bei den Stadtwerken.

Einen Zusammenhang mit dem neuen Abrechnungsverfahren sieht man hier nicht. „Die Berechnung erfolgte auch in diesem Jahr schließlich zu einem Großteil wie gewohnt auf Basis der uns im Rahmen der Selbstablesung übermittelten reellen Verbrauchswerte. Nur für wenige Tage im Dezember wurden diese Zahlen um Hochrechnungen ergänzt, um den neuen Vorgaben der Bundesnetzagentur zu genügen“, erklärt Wolfgang Völz. Für Rückfragen zur eigenen Rechnung und den seit diesem Jahr gültigen Rahmenbedingungen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtwerke-Kundencenters in der Feldstraße (Tel. 04931 926-100) auch weiterhin gerne zur Verfügung.

Jahresabrechnung: Was sich wirklich geändert hat
In ihrer Mitteilung Nr. 46 „zu den Beschlüssen GPKE GeLi Gas“ vom 22.01.2015 schreibt die Bundesnetzagentur ab 2016 eine zählpunktscharfe Abrechnung der sogenannten Mehrmindermengen vom 01. Januar bis 31. Dezember eines Jahres vor. Bisher hatten Kunden der Stadtwerke den abzurechnenden Zeitraum durch die individuellen Ablesetage des laufenden Jahres und des Vorjahres (z.B. 12.12.2014 bis 18.12.2015) selbst bestimmt. Um die Lücke zum 31.12. zu schließen und damit den neuen Vorgaben gerecht zu werden, errechnete der Energieversorger deshalb erstmals anhand eines mathematisch-statistischen Verfahrens die Differenz im Verbrauch zwischen Ablesedatum und kalendarischem Jahresende.