Jahresabschluss: Lichtblicke trotz Fehlbetrag bei den Norder Wirtschaftsbetrieben

Geschäftsführung: Maßnahmen des Konsolidierungskonzeptes greifen

Wertberichtigungen, Steuernachzahlungen und mehrere überdurchschnittlich warme Monate: vor allem zahlreiche Einmaleffekte haben im Jahr 2014 für einen erneut negativen Jahresabschluss bei den Norder Wirtschaftsbetrieben gesorgt. Auf knapp 1,67 Mio. Euro bezifferte die Geschäftsführung gestern im Rahmen eines Pressegesprächs den jüngsten Fehlbetrag des kommunalen Unternehmens. Damit fallen die Zahlen besser aus, als zuletzt erwartet.

Noch im Dezember war man in Norden von einem um circa 140.000 Euro schlechteren Ergebnis für das Geschäftsjahr 2014 ausgegangen. Vor allem der hohe Anteil an einmaligen Effekten der eingeleiteten Konsolidierungsphase auf das Jahresergebnis gibt den Verantwortlichen offenbar Zuversicht. Ausstehende Steuerzahlungen für die Vorjahre, Wertberichtigungen für nicht umsetzbare Projekte aus der Vergangenheit und Kosten für die Erstellung des im Dezember vom Rat der Stadt verabschiedeten Konsolidierungspaketes hatten die Bilanz 2014 demnach negativ belastet. „Die Zahlen zeigen, dass die Maßnahmen des Konsolidierungskonzeptes bereits greifen und eine Trendwende erkennbar ist“, betont Thorsten Schlamann, kaufmännischer Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe.

Ein insgesamt positiver Effekt wird in der Bilanzsumme aus Vermögensgegenständen und Gesamtkapital ablesbar. Diese stieg 2014 leicht und beträgt nunmehr knapp 48,57 Mio. Euro (Vorjahr: 48,135 Mio.). Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital ist dagegen auf 20,8 Prozent geschrumpft (Vorjahr: 21,7 Prozent).

Neben unmittelbaren Auswirkungen des im vergangenen Jahr angestoßenen wirtschaftlichen Gesundungsprozesses hatten auch die überdurchschnittlichen Jahrestemperaturen in 2014 Einfluss auf den Jahresabschluss des kommunalen Unternehmens: so hatte das überwiegend warme Wetter erhebliche Absatzeinbußen beim Gasabsatz (235.973 MWh, Vorjahr: 278.302 MWh) sowie bei den Wärmelieferungen (30.369 MWh, Vorjahr: 36.747 MWh) zur Folge. „Der hierdurch erwirkte Umsatzrückgang um ca. 1,8 Mio. Euro konnte durch die damit verbundenen Rückgänge im Materialaufwand allerdings weitgehend abgefedert werden“, so die Geschäftsführung der Wirtschaftsbetriebe.

Energieausfall: Teile von Norden für rund 30 Minuten ohne Strom

Fehlfunktion eines elektronischen Bauteils verursacht umfassenden Blackout
Und plötzlich war es dunkel: ein Stromausfall im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Norden sorgte am frühen Dienstagnachmittag in Teilen Nordens für eine unfreiwillige Abschaltung von Lampen, Schranken, Ampeln und Computern. Ursache des rund dreißigminütigen Blackouts war eine plötzliche Fehlfunktion eines elektronischen Bauteils, heißt es in einer ersten Stellungnahme des regionalen Energieversorgers.

„Unsere Mitarbeiter der technischen Netzleitwarte in der Feldstraße registrierten gegen 15.28 Uhr eine umfassende Notabschaltung mehrerer Kreisläufe und Systeme im Stadtgebiet“, schildert der technische Geschäftsführer der Stadtwerke, Wolfgang Völz.

Vor allem Haushalte und Einrichtungen in den nördlichen Stadtteilen, in Norddeich sowie entlang der Norddeicher Straße waren demnach von dem rapiden Energieausfall im Norder Netz betroffen. „Die Kollegen der Leitstelle reagierten rasch und besonnen und konnten so trotz der Vielzahl der durch den Ausfall in Gang gesetzten Prozesse verhältnismäßig schnell eine Wiederherstellung der regulären Versorgung erreichen“, so Völz. Um 15.57 Uhr war der Spuk weitgehend vorüber.

Was den Stromausfall in etwa der Hälfte des Versorgungsgebietes der Norder Stadtwerke verursacht hat, wird derzeit umfassend und detailliert geprüft. „Alles deutet auf eine Fehlfunktion eines elektronischen Bauteils innerhalb einer der knapp 120 Versorgungsstationen im Stadtgebiet hin“, heißt es aus der Feldstraße.